Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, ein guter Zeitpunkt euch stolz unser „UL-Reise-Highlight des Jahres 2025“ präsentieren zu dürfen:
Bella Italia – VFR-Tour von Trier nach Elba, Ancona und Venedig
Ende August startete vom Flugplatz Trier-Föhren (EDRT) eine mehrtägige VFR-Tour mit dem Ziel Sizilien. Doch wie so oft in der Fliegerei bestimmte das Wetter die Route. Aus dem ursprünglichen Plan wurde eine kompakte, aber eindrucksvolle Reise über die Alpen, nach Elba, Ancona und Venedig – mit vielen fliegerischen Highlights und spannenden Entscheidungen unterwegs.
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Tag 1: Trier (EDRT) – Kempten (EDMK) – Trento (LIDT) – Elba (LIRJ)
Blockzeit bis Elba: ca. 4:30 h (inkl. Stopps)
Gesamtstrecke: ca. 600 NM
Von Trier-Föhren starteten wir am 25.08. Richtung Süden, bei besten Wetterbedingungen. Nach rund 1:30 h landeten wir in Kempten (EDMK) zum ersten Tankstopp. Der Platz ist für Reiseflugzeuge ideal: unkomplizierte Abwicklung, 1.000 m Asphaltpiste (06/24) und AVGAS verfügbar.
Weiter ging es über die CTR Innsbruck (LOWI) – nach Freigabe ein problemloser Durchflug – und anschließend über den Brenner nach Trento (LIDT). Auch hier Tankstopp, bevor der Sprung über die Toskana und hinaus auf die Insel Elba folgte.
Kurz vor Pisa verschlechterte sich das Wetter unerwartet: tiefe Bewölkung über den Pässen zwang uns zu einer Umfahrung entlang der Küste. Nach knapp 2:00 h erreichten wir schließlich Elba (LIRJ). Der Anflug auf die nur 950 m lange Piste 16/34 in Marina di Campo gilt als einer der schönsten Italiens – eingerahmt von Bergen und Meer.

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Tag 2: Elba (LIRJ) – Loreto (UL-Platz) – Venedig (LIPV)
Eigentlich sollte die Reise weiter nach Sizilien führen. Doch die Wetterprognosen für den Süden Italiens waren eindeutig – mehrere Tage Schlechtwetter verhinderten jede realistische Chance auf Weiterflug. Also wurde flexibel umgeplant.
Zunächst führte der Weg nach Madonna di Loreto, einem kleinen UL-Flugplatz bei Ancona. Betreiber Achille kümmerte sich nicht nur um Sprit (Mogas), sondern lud uns spontan zum Mittagessen am Strand ein – typisch italienische Gastfreundschaft.

Am Nachmittag setzten wir Kurs Richtung Venedig. Die Route entlang der Adria-Küste erwies sich als entspannt, kaum Verkehr und VFR-freundliche Lufträume. Nach 1:10 h landeten wir auf dem traditionsreichen Flugplatz Lido di Venezia (LIPV), direkt vor den Toren der Lagunenstadt. Mit seiner 994 m Asphaltpiste und kurzen Wegen per Vaporetto ins Zentrum ist LIPV ein perfekter Ausgangspunkt für einen Venedig-Abstecher.

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Tag 3: Venedig (LIPV) – Kempten (EDMK) – Trier (EDRT)
Am Morgen war die Alpenüberquerung noch möglich. Doch die angekündigte Front aus Frankreich rückte schnell näher. Nach dem Start in Venedig nahmen wir Kurs über die Alpen Richtung Kempten. Schon kurz nach der Landung dort erreichte die Front das Allgäu, sodass wir unsere Route nach Trier umplanen mussten.

Der Rückflug führte uns um einzelne Schauer und Gewitterzellen herum. Dank flexibler Streckenführung und intensiver Wetterbeobachtung landeten wir nach rund zwei Stunden sicher zurück in Trier-Föhren.
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Fazit unserer Piloten:
Auch wenn Sizilien nicht erreicht wurde, bot die Tour zahlreiche Highlights:
• Spektakulärer Alpenüberflug mit problemloser CTR-Durchquerung in Innsbruck.
• Traumanflug auf Elba (LIRJ) – landschaftlich eines der schönsten Ziele im Mittelmeer.
• Gastfreundschaft in Loreto, die zeigt, wie herzlich kleine UL-Plätze in Italien sein können.
• Venedig hautnah – LIPV ist für GA-Piloten ein Muss.
• Praxis im Wettermanagement: Flexibilität und Umplanung sind in der VFR-Fliegerei entscheidend.
Die „Bella Italia“-Tour endete nach nur drei Tagen, aber mit vielen bleibenden Eindrücken.
Damit verabschieden wir uns vom Jahr 2025 und wünschen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Für 2026 ist die nächste Reise bereits in Vorbereitung – und Sizilien bleibt weiter das erklärte Ziel!







